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07.06.2026

Radtour durch Rusts Naturschätze

Heimat er.Fahren Tour mit Alexander Schindler

Heimat er.Fahren Tour mit Alexander Schindler

CDU lädt zur Entdeckung der Heimat ein

Von Adrian Hoffmann

Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkundeten am 7. Juni 2026 beim CDU-Event „Heimat er.FAHREN“ das Naherholungsgebiet rund um Rust – und erfuhren dabei Erstaunliches über Natur, Ökologie und lokale Kuriositäten.

Rust, 08. Juni 2026 – Bei strahlendem Sommerwetter starteten am Sonntag, den 7. Juni 2026, rund 30 Radfahrerinnen und Radfahrer zur CDU-Radtour „Heimat er.FAHREN“ durch das Naherholungsgebiet rund um Rust.

Auf einer Strecke von circa 10 Kilometern führte die Tour durch einige der ökologisch wertvollsten Landschaften der Region. Geführt wurde die Gruppe von Alexander Schindler, der die Teilnehmenden mit Fachkenntnis und Erzählfreude durch die verschiedenen Stationen begleitete. Der gemütliche Ausklang fand am Allmendsee statt.

Der Allmendwald und sein natürlicher Hochwasserschutz

Erste Station war ein potenzielles Moorgebiet im Allmendwald. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Waldabschnitt wirkt, entpuppt sich als bedeutsames ökologisches System: Ein Moor kann bis zum Dreifachen seines Volumens an Wasser aufnehmen – vergleichbar mit einem riesigen Schwamm. Diese Eigenschaft macht es zu einem natürlichen Puffer bei Hochwasser, wie es durch Starkregen-Ereignisse zunehmend häufiger vorkommt. Darüber hinaus besitzt das Gebiet einen hohen ökologischen Wert als Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Das Streuobst-Museum: 80 Sorten, Tausende Tierarten

Weiter ging es zur Streuobstwiese, die im Volksmund tre`end als Streuobst-Museum bekannt ist – und das zu Recht: Rund 80 verschiedene Obstsorten sind hier versammelt, was eine außergewöhnliche botanische Vielfalt darstellt. Doch nicht nur für Pflanzenfreunde ist das Gelände ein Highlight: „Schätzungen zufolge bieten Streuobstwiesen Lebensraum für 4.500 bis 5.000 Tierarten“, so Schindler.

Entstanden ist das „Museum“ als Ausgleichsmaßnahme für ein Bauvorhaben im Ort – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Entwicklung und Naturschutz Hand in Hand gehen können.

Ein Kriminalfall in den Rheinmatten: Die gestohlenen Orchideen

Für die wohl unterhaltsamste Episode des Tages sorgten die Rhinauer Matten. Alexander Schindler erzählte dort von einem vermeintlichen Kriminalfall, der die Gemeinde und die regionale Presse über mehrere Monate in Atem gehalten hatte: dem mysteriösen Diebstahl seltener Orchideen.

Nach aufwendiger Spurensuche konnten die Ermittlungen schließlich abgeschlossen werden – die Täter waren Wildschweine, die die Pflanzen auf der Suche nach Nahrung aus dem Boden gerissen hatten. Die Geschichte erntete herzliches Gelächter bei den Teilnehmenden und zeigte einmal mehr, wie lebendig die Natur der Region ist.

Naturschutz im Gesetzesdschungel: Wenn Regelwerke sich gegenseitig blockieren

An der neu errichteten Steinsporerbrücke nutzte Alexander Schindler die Gelegenheit, auf ein strukturelles Problem im deutschen Naturschutzrecht hinzuweisen. Zwar sei der Schutz der Natur ein hohes Gut, doch stehen sich in der Praxis verschiedene Gesetze regelmäßig im Weg: Bundesnaturschutzgesetz, Wassergesetz, Waldgesetz, Artenschutzgesetz und Umweltschadensgesetz – jedes für sich sinnvoll, in ihrer Wechselwirkung jedoch bürokratief.rdernd.

Dies erschwere den in vielen Situationen dringend notwendigen Pragmatismus, so Schindler. Eine Erkenntnis, die insbesondere bei den teilnehmenden Gemeinderäten Benjamin Peter und Andreas Bachmann auf Zustimmung stieß.

Höhepunkt: Badens größter Bannwald und seine 1.000 Tierarten

Den krönenden Abschluss der Tour bildete ein Stopp kurz vor dem Doppelwehr im Rheinwald: Dort erstreckt sich der größte zusammenhängende Bannwald in Baden-Württemberg. Während herkömmliche Waldbereiche häufig nur im unteren dreistelligen Bereich an Tierarten beheimaten, bietet dieser einzigartige Urwald Lebensraum für bis zu 1.000 verschiedene Tierarten.

Ein beeindruckendes Zeugnis dessen, was ungestörte Natur zu leisten vermag – und ein starkes Argument für konsequenten Schutz dieser Flächen.

„Die gelungene Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, welche außerordentliche Lebensqualität Rust durch sein Naherholungsgebiet zu bieten hat – und wie viel es dort noch zu entdecken gibt“, resümierte CDU Vorstand und Gemeinderat Andreas Bachmann.

„Ein herzlicher Dank gilt Alexander Schindler für die engagierte und kurzweilige Führung sowie den Organisatoren Mike Rinkenauer und Andreas Haag vom Vorstand der CDU Rust, für die sorgfältige Planung und Durchführung dieser sommerlichen Radtour“, so Bachmann abschließend.