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27.09.2026

80 Jahre CDU Rust

Von links nach rechts: Dr. Karl-Heinz Debacher, Christian Fix, Andreas Link, Dr. Kai-Achim Klare, Thorsten Erny, Adrian Hoffmann, Andreas Bachmann, Johannes Rothenberger

Von links nach rechts: Dr. Karl-Heinz Debacher, Christian Fix, Andreas Link, Dr. Kai-Achim Klare, Thorsten Erny, Adrian Hoffmann, Andreas Bachmann, Johannes Rothenberger

Festakt am Gründungstag mit Blick zurück und nach vorn

Von Andreas Bachmann

Rust, 27. September 2026. Auf den Tag genau 80 Jahre nach ihrer Gründung hat die CDU Rust ihr Jubiläum mit einem Festakt im Foyer der Gemeinschaftsschule Rust gefeiert.

Am 27. September 1946 kamen im Pfarrhaus 14 Mitglieder zusammen. Sie gründeten mit Franz Althauser an der Spitze die Gemeindegruppe der Badisch-Christlich-Sozialen Volkspartei, die ab 1947 Christlich Demokratische Union hieß.

Auftakt mit Zeitreise

Nach der musikalischen Eröffnung durch die Musikkapelle Rust führte ein Einspielfilm durch acht Jahrzehnte CDU Rust. Er begann mit dem ersten Mitgliedsbeitrag von einer Mark im Vierteljahr im Jahr 1953 und führte über die Debatte um den Schlosspark, auf dem heute der Europa-Park steht, und das erste Bulldog-Treffen 2005 bis zum neuen Auftritt „C-DU bist Rust“. Am Ende standen die Namen der zwölf Vorsitzenden aus 80 Jahren.

Moderator und stellvertretender Vorsitzender Adrian Hoffmann griff zur Begrüßung die Jubiläumsbank auf, die am Vortag im Bürgerpark eingeweiht worden war: „So eine Bank ist nicht einfach nur eine Bank, sondern ein passendes Bild für unsere Kommunalpolitik hier vor Ort: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig zuhören.“

Grußworte und Festrede

Johannes Rothenberger, Bundestagsabgeordneter für den benachbarten Wahlkreis Offenburg und Kreisvorsitzender der CDU Ortenau, würdigte den Mut der Gründergeneration: „Das Land, der Kontinent lag kaputt, die Menschen waren vom Krieg gezeichnet. Und sie haben trotzdem die Kraft aufgebracht zu sagen: Ja, ich will in Freiheit leben, ich engagiere mich für die Gemeinschaft.“ Diesen Mut brauche es auch heute wieder. Rothenberger überbrachte zugleich die Grüße des Wahlkreisabgeordneten Dr. Yannick Bury, der kurzfristig absagen musste.

Die Festrede hielt Bürgermeister Dr. Kai-Achim Klare. Als Historiker spannte er einen Bogen von der Idee der Union über die Nachkriegszeit in der Grenzgemeinde bis zur Ansiedlung des Europa-Parks vor gut 50 Jahren. „Wenn wir heute 80 Jahre CDU-Gemeindeverband Rust feiern, dann ist das auch ein starkes Signal für unsere Volksparteien, die in den vergangenen Jahrzehnten immer Garant politischer Stabilität in der Mitte der Gesellschaft waren.“ Er lobte das gute Miteinander über die Fraktionen hinweg im Gemeinderat, „ganz frei nach dem alten kommunalpolitischen Motto: Radwege sind nicht schwarz, rot, grün oder gelb“. Als Geschenk brachte er Rust-Honig und eine Bootsfahrt ins Taubergießen mit, denn „man sitzt ja gemeinsam in einem Boot“.

Für Landrat Thorsten Erny, früher selbst Ruster CDU-Gemeinderat, war der Abend eine Rückkehr zur eigenen Geschichte. Er erinnerte an die enge Zusammenarbeit von Gemeinde und Kreis bei der wirtschaftspolitischen Entwicklung der Region und rief dazu auf, Veränderungen offen anzugehen: „Ich muss mich als Gemeinderat, als Partei fragen: Bin ich Teil des Problems oder bin ich Teil der Lösung?“

BLICK.wechsel: Wie gelingt Vertrauen auch morgen?

Im bewährten Gesprächsformat BLICK.wechsel ging es um die Frage, was Kommunalpolitik leisten muss, damit Vertrauen und demokratisches Miteinander auch in Zukunft gelingen. Unter der Moderation von Adrian Hoffmann diskutierten Landrat Thorsten Erny, Johannes Rothenberger MdB und der Vorsitzende Andreas Bachmann.

Alle drei waren sich einig, dass das persönliche Gespräch entscheidend ist. Erny betonte, die Menschen müssten sich mitgenommen fühlen, durch direkte Kommunikation „Auge in Auge“ statt durch polarisierende soziale Medien. Rothenberger mahnte, Politik müsse zuhören, statt „im Hinterzimmer die Welt zu erklären“. Mit Blick auf junge Menschen sagte er: „Es geht darum, Hürden abzubauen, authentisch zu sein und zu zeigen, dass man es ehrlich meint.“

Andreas Bachmann warnte davor, sich auf Erreichtem auszuruhen: „Da hat sich über 80 Jahre etwas aufgebaut, da stecken Werte dahinter. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht auf dem auszuruhen, was war, sondern immer nach vorne zu schauen.“ Die CDU Rust wolle neue Formate schaffen und junge Talente an die Kommunalpolitik heranführen, getreu dem Motto ihres Magazins: „Freiheit lebt vom Mitmachen. Sie zu bewahren, gelingt nur, wenn man mitmacht, sich einbringt und sich engagiert.“

Aus dem Publikum kamen weitere Stimmen hinzu. Der Historiker Dr. Karl-Heinz Debacher hatte die Chronik mit aufgearbeitet. Als Quintessenz aus 80 Jahren Unterlagen nannte er die personelle Kontinuität und die Konzentration auf die örtlichen Themen. Fraktionsvorsitzender Andreas Link gab der nächsten Generation einen Wunsch mit: „Mut, Weitblick und manchmal einfach ein dickes Fell.“

80 Jahre zum Anfassen

Im Foyer konnten die Gäste die Geschichte des Gemeindeverbands selbst entdecken. Auf Informationstafeln war die gesamte Chronik der CDU Rust aufbereitet. Dazu kamen eine Bildergalerie und viele interessante Dokumente, etwa Stimmzettel aus der Zeit vor über 70 Jahren und historische Wahlwerbung.

Drei Bier und zwei Brezeln

Zum Schluss sorgte Adrian Hoffmann für Heiterkeit. Er zitierte einen Vorstandsbeschluss von 1970, der die Verpflegung bei Generalversammlungen regelte: „drei Bier und zwei Brezeln für jeden“. Danach klang der Abend gesellig aus.

Die CDU Rust dankt allen Rednern und Gästen, der Feuerwehr Rust für die Bewirtung, der Musikkapelle Rust für die musikalische Begleitung und der Gemeinschaftsschule Rust für das Foyer. Ein besonderer Dank gilt Karl-Heinz Dehbacher und Christian Fix für die Unterstützung bei der Chronik und dem Vorstandsteam für die Vorbereitung.